Was ist Drehstrom?

Drehstrom, auch Dreiphasenwechselstrom oder Starkstrom genannt, besteht aus drei Wechselstromphasen (L1, L2, L3), die jeweils um 120° phasenverschoben zueinander angeordnet sind. Diese Anordnung sorgt für eine gleichmäßigere Leistungsübertragung als bei einphasigem Wechselstrom und wird deshalb in vielen Bereichen bevorzugt eingesetzt.

Im Hausanschluss kommen vier Leiter an: die drei Außenleiter L1, L2 und L3 sowie der Neutralleiter N. Dazu kommt der Schutzleiter PE. Zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter liegen 230 Volt. Zwischen zwei Außenleitern liegen 400 Volt. Das ist der Grund für die Bezeichnung „400-Volt-Anschluss“: 230 Volt multipliziert mit der Wurzel aus 3 (etwa 1,73) ergibt rund 400 Volt.

Drehstrom und Wechselstrom im Vergleich

MerkmalWechselstrom (1 Phase)Drehstrom (3 Phasen)
Spannung230 V400 V zwischen zwei Außenleitern, 230 V je Phase
Leiter in der Zuleitung3 (L, N, PE)5 (L1, L2, L3, N, PE)
Typische SteckdoseSchuko oder blauer CEE-Steckerroter CEE-Stecker, fünfpolig
Maximale Leistung bei 16 Arund 3,7 kWrund 11 kW
Maximale Leistung bei 32 Arund 7,4 kWrund 22 kW
Typische VerbraucherHaushaltsgeräte, Beleuchtung, ElektronikHerd, Wallbox, Wärmepumpe, Werkstattmaschinen

Die Leistung bei Drehstrom berechnet sich aus Spannung × Strom × Wurzel aus 3. Bei 400 V und 16 A sind das etwa 11 Kilowatt, bei 32 A etwa 22 Kilowatt. Deshalb sind für Wallboxen, Saunaöfen oder Werkstattmaschinen Drehstromanschlüsse üblich.

Wo kommt Drehstrom zum Einsatz?

So erkennen Sie, ob Sie Drehstrom haben

Am sichersten verrät es das Typenschild des Zählers: Dort steht bei Drehstrom „3 × 230/400 V“. Auch die Hauptsicherungen im Hausanschlusskasten sind dreifach vorhanden. Im Sicherungskasten finden Sie dreipolige Leitungsschutzschalter, die drei Schalthebel miteinander verbinden, etwa für den Herd. Ein Herdanschluss mit fünf Adern ist ein weiteres Zeichen. Öffnen Sie den Zählerschrank oder den Hausanschlusskasten dazu nicht selbst.

Bei den Steckdosen gilt: Die roten CEE-Steckdosen sind Drehstrom-Steckdosen mit 400 V, die blauen CEE-Steckdosen führen einphasige 230 V und sind vom Campingplatz bekannt. Gelbe CEE-Steckdosen für 110 V findet man auf Baustellen.

Welche Messgeräte gibt es für Drehstrom?

Da bei Drehstrom drei Phasen gleichzeitig Energie führen, reicht ein einfacher einphasiger Steckdosen-Zähler nicht aus. Je nach Einsatz kommen drei Gerätetypen infrage:

GerätetypEinsatzBeispiele im Shop
Drehstromzähler für die HutschieneFester Einbau im Sicherungskasten oder Unterverteiler, misst direkt bis 100 A. Einbau nur durch eine Elektrofachkraft.B+G E-Tech DRT430A, MID, BOSYTRO, Herbst 400V
Mobiler CEE-DrehstromzählerWird zwischen Stromverteiler und Verbraucher gesteckt, 16 A, roter SteckerNWP 16A 400V CEE, MID-konform
StromzangeMisst den momentanen Strom an einem Leiter, ohne den Stromkreis aufzutrennen. Zeigt keinen Verbrauch in kWh an.Alle Stromzangen

Die Hutschienenzähler im Shop unterscheiden sich vor allem bei der Zulassung. Der B+G E-Tech DRT430A trägt laut Angebot die MID-Zulassung nach Richtlinie 2014/32/EU. Beim BOSYTRO und beim Herbst-Zähler ist eine MID-Kennzeichnung im Angebot nicht belegt. Wenn Sie Strom gegenüber Dritten abrechnen wollen, etwa an Mieter, sollten Sie einen MID-Zähler nehmen.

Mobile Drehstromzähler für Baustellen und Veranstaltungen

Auf Baustellen, bei Veranstaltungen und in Werkstätten kommen mobile CEE-Drehstromzähler zum Einsatz, die zwischen Stromverteiler und Verbraucher gesteckt werden. Sie brauchen keinen Einbau und lassen sich für mehrere Maschinen nacheinander nutzen. MID-konforme Modelle sind zudem für die Abrechnung gegenüber Dritten geeignet. Mehr zu mobilen Geräten lesen Sie im Artikel Mobile Strommessgeräte.

Direktmessung und Wandlermessung

Im Haushalt und in kleinen Betrieben messen Drehstromzähler den Strom direkt. Für Ströme über etwa 100 A werden Stromwandler eingesetzt, die den Strom auf einen kleinen Wert herunterteilen. Solche Wandlerzähler sind Sache der Elektrofachkraft und im Haushalt nicht üblich.

Sicherheit und Einbau

Arbeiten im Sicherungskasten und am Zählerschrank dürfen nur Elektrofachkräfte ausführen, und der Bereich vor dem Zähler ist plombiert. Welche Messungen Sie selbst vornehmen dürfen und welche nicht, erklärt der Artikel Strommessgerät und Sicherungskasten: Was ist erlaubt?. Mobile CEE-Zähler können Sie dagegen selbst einstecken.

Themenbereich Stromzähler: Zählerstand, OBIS-Codes, Zweirichtungszähler und Smart Meter verstehen. Oder direkt zum Kaufberater.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich Drehstrom mit einem normalen Steckdosen-Zähler messen?

Nein, normale Zwischenstecker-Zähler sind für einphasigen Wechselstrom ausgelegt. Sie erfassen nur eine Phase und nicht die gesamte Last. Für Drehstrom braucht es einen dreiphasigen Zähler mit entsprechendem CEE-Anschluss oder einen Hutschienenzähler.

Woran erkenne ich eine Drehstrom-Steckdose?

Drehstrom-Steckdosen (CEE-Steckdosen) sind rot und rund, mit fünf Kontakten statt der drei einer blauen Camping-Steckdose. Sie sind für 16 A oder 32 A ausgelegt. Die Farbe blau steht für 230 V, rot für 400 V.

Wie viel Leistung liefert ein Drehstromanschluss mit 16 A?

Bei 400 V und 16 A sind es rund 11 Kilowatt, bei 32 A rund 22 Kilowatt. Zum Vergleich: Eine Schuko-Steckdose mit 16 A schafft etwa 3,7 Kilowatt.

Kann ich den Ladestrom meiner Wallbox mit einem Drehstromzähler erfassen?

Ja, ein Hutschienenzähler hinter dem Wallbox-Abgang erfasst den Ladestrom. Wenn Sie den Strom gegenüber Dritten abrechnen, muss der Zähler eichrechtskonform sein, also die MID-Zulassung haben. Der Einbau gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.

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